Verfasst von: melscholz | 26. April 2012

Der Bote, erste Seite

Der Bote - Halveranerin sagt unheilbarer Krankheit den Kampf an

Der Bote - Halveranerin sagt unheilbarer Krankheit den Kampf an

Dieser Artikel von Simke Strobler war in „Der Bote“ gestern. Teil 2 folgt (und englisch natürlich auch 😉  )

Immunsystem herunterfahren – und dann völlig neu durchstarten

Autologe hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSCT): Hoffnung für MS-Patienten

Bislang gilt Multiple Sklerose (MS) als unheilbare Krankheit. Nach Angaben der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) baut die Behandlung von MS-Kranken auf drei wissenschaftlich fundierten Säulen: der Therapie von akuten Schüben, einer langfristigen sogenannten immunprophylaktischen Therapie und der Therapie der Symptome, ergänzt mit Rehabilitationsverfahren. Diese drei Therapiemöglichkeiten werden in der Regel kombiniert und individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten. Die MS-Kranken werden sowohl ambulant oder teilstationär als auch stationär behandelt, je nach persönlichen Lebensumständen und dem Schweregrad ihrer Erkrankung. Die Transplantation von Stammzellen ist bislang eher als Knochenmarkstransplantationbei Leukämiekranken bekannt. Die Stammzelltransplantation bei Multiple-Sklerose-Patienten ist eine noch nicht etab-lierte Behandlung mit dem Ziel, das Immunsystem des an MS erkrankten Menschen wieder ins Gleichgewicht zu bringen, wie es bei einem gesunden Menschen der Fall ist. Dazu werden dem Patienten Blutstammzellen übertragen. In Fachkreisen lautet die korrekte Bezeichnung für diese Therapieform „autologe, hämatopoetische Stammzelltransplantation“ (HSCT). Autolog bedeutet, dass Spender und Empfänger die gleiche Person sind – im Gegensatz zu allogen: Spender und Empfänger sind verschiedene Personen. Der Begriff „hämatopoetisch“ bezieht sich auf die Stammzellen: Sie sind für die Bildung des Blutes verantwortlich. Bei der HSCT werden als erstes hämatopoetische Stammzellen aus dem Knochenmark oder dem Blut des Patienten entnommen. Im Anschluss daran erhält er – ähnlich wie bei einer Krebserkrankung – eine Chemotherapie. Damit werden alle im Körper noch vorhandenen Immunzellen zerstört.

Der Bote - Immunsystem herunterfahren

Der Bote - Immunsystem herunterfahren

Danach werden die zuvor entnommenen Stammzellen per Infusion wieder an den Körper zurückgegeben, so dass sich – wenn alles gut läuft – beim Patienten innerhalb kurzer Zeit ein neues, gesundes Immunsystem aufbauen kann, das im Idealfall nicht mehr gegen die körpereigenen Strukturen – die Nervenzellen – kämpft. Einige Experten sprechen bei der autologen hämatopoetischen Stammzelltransplantation von einer krankheitsstabilisierenden Therapie. Das Verfahren sei für den Patienten langwierig und belastend und berge weiterhin auch ein sehr geringes Risiko, an der Therapie zu versterben, heißt es beispielsweise in einem Studienbericht der Schweizerischen Multiple Sklerose Gesellschaft – wenngleich das Risiko in verschiedenen Studien und durch während der Therapie verabreichte Medikamente schon nahezu vollständig reduziert werden können.

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