Verfasst von: melscholz | 4. Mai 2012

Ho hum oder doch nicht?

Ich habe das Gefühl, dass heute nichts wichtiges passiert ist -aber eigentlich doch.

Seit gestern habe ich als Vorbereitung alle möglichen Tabletten zu nehmen und mir Spritzen zu geben. Antibiotikum, Anti-Viral, Magenschleimhaut-Schonen und Leberschutz. Die subcutane Spritze ist Neupogen, zur Mobilisierung der Stammzellen.

Als ich mich heute morgen in der Klinik mit Dr. Nadir traf, um die nächste Dosis Campath zu bekommen, zeigte ich ihm die roten Stellen, die ich bekommen hatte – eine allergische Reaktion auf eines der Medikamente. Er gab mir ein Antiallergikum und sagte, ich sollte das Antibiotikum und die Leberschutztablette absetzen.

Seitdem klingen die roten Flecken ab und ich habe dann Campath doch noch bekommen und Neupogen heute abend wie gewohnt gespritzt. (Im Selberspritzen habe ich Übung, da ich mir 8 Jahre lang täglich Copaxone  gespritzt habe.)

Übrigens, heute ab Sonnenuntergang ist Shabbat, das entspricht unserem Samstag. Alle Büros sind geschlossen, die Märkte schließen um 2 oder 3 Uhr und öffnen am Sonntag wieder -sozusagen unser Montag.

Ich finde es so toll, dass die Leute der Klinik mir ein israelisches Handy gegeben haben, damit wir untereinander immer erreichbar sind. Dr. Nadir ist heute extra in die Klinik gekommen, um nach mir zu sehen und mir eine Spritze zu geben.

Mir gefällt diese Lösung richtig gut – so muss ich nicht 5-6 Wochen in einem Krankenhausbett verbringen. Sonja und ich können abends schön quatschen, nachmittags spazieren gehen. Die Klinik nur ist nur eine Aufzugfahrt entfernt und wenn ich sie brauche, sind die Ärzte nur einen Anruf entfernt.

Unsere Bleibe und Klinik links, Übergang in der Mitte, das Tel Aviv-er Krankenhaus rechts

Und hier könnt ihr sehen, wie nah das Krankenhaus ist. Dort hatte ich bereits die Herz- und Lungentests und wenn später etwas Ernstes ist, werde ich dort sofort eingewiesen.

Sonja und ich haben heute entschieden, dass sie doch über das Wochenende hier bleibt. Eigentlich hat sie am Sonntag einen Termin in München und wäre morgen abgeflogen und Montag wieder gekommen. Da es aber zur Zeit jeden Tag etwas Neues und Unerwartetes gibt, hat sie den Termin abgesagt und bleibt bei mir. Ich muss schon sagen, ich merke, ich bin erleichtert. Etwas Schiss hatte ich alleine zu sein, weiß nicht wie die Nebenwirkungen noch werden, da die Campath-Dosierung steigt und so weiter. Es ist echt toll, dass sie das für mich macht. Mit guten Freunden schafft man alles – Danke, Sonja 🙂

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Responses

  1. Hallo Melissa,
    wir lesen jeden Abend deinen Blog und denken oft an Dich. Gut das Sonja bei Dir ist. Bitte lehnt euch beim Fotografieren nicht mehr so weit über das Geländer. Viel Kraft für die nächsten Tage!
    Guido und Sasa

    • Liebe Grüße, euch zwei…wir werden vorsichtig sein, promised 🙂

  2. Toll von Sonja, dass sie bei dir bleibt!!! Schöne Grüße an sie! =)

  3. Es ist gut das wir uns auf diesem weg auf dem laufenden halten können und mit dir hoffen bangen leiden und uns freuen können! Ich denk an dich!

  4. Ho hum bedeutet übrigens so viel wie „langweilig“. Habt Ihr das gewußt? Ich nicht.

    Und apropos israelisches Handy: heute morgen haben Melissa und ich diskutiert, ob es nun wirklich ein Segen oder doch eine Art elektronische Fußfessel ist. Mel hatte nämlich die Idee spontan zwischendurch mal nach Hause zu fliegen. Aber in diesem Fall ist die Fußfessel für alle Beteiligten eine gute Fessel, da es allen eine Menge Bewegungsfreiraum gibt… solange man im Land bleibt 🙂


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