Verfasst von: sonjacl | 12. Mai 2012

Ist Israel ein gefährliches Reiseziel?

Die Mauer – The Wall

These are Sonja’s thoughts on if Israel is a dangerous land to travel to and in…

Nachdem ich Melissa spontan angeboten hatte, sie nach Tel Aviv zu begleiten, wurde mir in den Folgetagen schon ein wenig mulmig. Nicht nur, wegen des ungewöhnlichen Reiseanlasses, sondern auch wegen des besonderen Reiseziels. Denn es vergeht ja bei uns in D kein Tag, an dem nicht etwas aufregendes über Israel berichtet wird: PLO, Gaza-Streifen, Iran/Israel, Gunter Grass, atomare Rüstung, Selbstmordattentäter,…. Ergänzend dazu ein akuter Anlass über die gemeinsame Vergangenheit von Deutschen und Juden nachzudenken.

Aber hier vor Ort ist wirklich ALLES anders: die Israelis sind total entspannt, freundlich und von politischen Spannungen erlebt man hier im Alltag überhaupt NICHTS. Unglaublich aber wahr!!!

In Israel ist Wehrpflicht für all: 2 Jahre für Frauen und 3 Jahre für die Männer. Da begegnet man jungen Israelis in Uniform, die ein Maschinengewehr lässig an der Schulter baumeln haben, als ob es eine Umhängetasche wäre. Im Gedrängel kriegt man auch schon mal den baumelnden Griff (ist das der Kolben?) an die Hüfte. Wie das halt so ist, wenn viele Menschen aneinander vorbei müssen. Also kein Gefühl von Unruhe, Gefahr oder autoritärem Gehabe. Melissa hat es treffend formuliert: nach 2 bis 3 Tagen Gewöhnungsphase vermittelt es sogar ein Sicherheitsgefühl.

Aber wenn man an’s Tote Meer fährt, in Jersalem die Mauer sieht und dann tatsächlich auf palästinensisches Gebiet kommt, ist es schon ein wenig aufregend. Die  Burschen an den Grenzübergängen sehen schon abenteuerlich aus. Aber der Grenzübergang ist mehr oder weniger offen und wir wurden einfach durchgewunken.

Wenn man mit Einheimischen aus Tel Aviv – eher junge Leute wie wir 🙂  – ins Gespräch über die gemeinsame Vergangenheit kommt, so ist das überraschend unkompliziert. Sie sehen das als Vergangenheit und es bewegt sie in der Gegenwart nicht. Wenn man sich dann so anguckt, was die Israelis gemacht haben (tun mussten) um ihren Staat zu gründen und zu verteidigen, dann versteht man auch, dass sie dieses Thema nicht weiter vertiefen.

In der lokalen Zeitung wird jedoch täglich über den möglichen atomaren Angriff auf den Iran berichtet. Beunruhigend dabei ist, dass es nicht um ein JA oder NEIN geht, sondern lediglich über das WANN! Zum Glück gibt es zunehmend Zeichen dafür, dass sie doch einlenken, da der Wahlkampf bevorsteht und  der Iran Beschwichtigungszeichen setzt. Denn aufgrund der weltweiten schwachen wirtschaftlichen Lage und der aktuellen europäischen Wahlergebnisse gibt es eh keine Möglichkeiten zur Steigerung der Ölpreise. Also doch nur politisches Säbelrasseln?

Reisefazit: guten Freunden helfen, nicht zu viel Zeitung lesen und das Leben genießen!

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