Verfasst von: sonjacl | 13. Mai 2012

Wie bewegt man sich als Gast in Tel Aviv?

Sonja’s thoughts and experiences with how to best get around in Tel Aviv…

Wie immer, wenn man eine fremde Stadt erkundet, ist eines der ersten Themen: wie komme ich am günstigsten und schnellsten an mein Ziel? In Tel Aviv gibt es viele günstige Möglichkeiten, aber kaum eine ist wirklich schnell:

1)      Taxi:      ist relativ günstig; die Kosten liegen bei cal 1/3 im Vergleich zu Deutschland. Aber die Straßen sind oft verstopft und aufgrund vieler Einbahnstraßen sind die Fahrtwege manchmal recht lang, so dass man mit dem Fahrrad nicht langsamer ist.

2)      Bus:       es gibt das normale Busnetz mit großen blauen Bussen, die wir nicht ausprobiert haben und ein wunderbar unkompliziertes System mit kleinen gelben Bussen, die man spontan per Handzeichen stoppen kann und die überall anhalten. Sie pendeln ständig auf ihrer Route hin und her und fahren einen für 1€ pro Strecke quer durch die Stadt. Für Einzelpersonen interessant, für 4 Personen ist das Taxi kaum teurer, aber flexibler.

gelber Spontanbus zwischen 2 blauen Linienbussen

3)      Bahn:    haben wir als Nahverkehrsmittel nicht gesehen

4)      zu Fuß:  Wenn man gut zu Fuß ist, macht es Spaß durch Tel Aviv zu laufen. Es gibt viele kleine Parks, viele Bäume und Blumen, die die Luftqualität verbessern. Die Entfernungen sind überraschend gering. Läuft man den Strand entlang von Jaffa (südliches Tel Aviv) bis zum Segelhafen im Norden (Hilton Hotel), dann braucht man ca. 1h. Und egal wo: in Tel Aviv gibt es jede Menge Cafés, Bars, Kneipen, die zu einer kleinen Pause einladen.

5)      Auto:     einen Kleinwagen inkl. Klimaanlage gibt’s für 85 Schekel (ca. 17€) am Tag. Das ist sensationell günstig. Sie versuchen einem zwar bei der Abrechnung über die gefahrenen km das Doppelte abzuknöpfen, aber wenn man insistiert, dann bleiben sie beim vereinbarten Betrag. Interessant waren die Deeskalationsprozesse: immer wenn die Diskussion Fahrt aufnahm, übergeben sie den Fall sofort an einen Kollegen/Manager, der das Problem dann im Sinne des Kunden löst.

Mietfahrrad

6)      Rad:      für 3€ pro Tag kann man quietschgrüne Fahrräder mieten, die in der ganzen Stadt flächendeckend verteilt stehen. Da ich so ein System noch nie genutzt hatte, musste ich mich erstmal eindenken. Aber die Israelis sind hilfsbereit und so fand ich mich schnell zurecht – dachte ich jedenfalls. Aber leider verging keine Fahrt ohne Herausforderung. Wenn die Station endlich bereit ist ein Fahrrad rauszurücken, muss man erstmal die Entriegelung hinkriegen. Jedes mal ein ungewisser Akt. Wenn das Fahrrad dann endlich frei war, habe ich folgende Dinge erlebt: fehlender Handgriff, Kette die alle 100m rausspringt, Sattel der hin- und herkippt, Sattelhöhe nicht verstellbar, schiefer Lenker, Gepäckträger kaputt, Dynamo nicht abschaltbar (anstrengend!), platter Reifen. Man nimmt das alles gerne in Kauf, um nur nicht wieder den zeitaufwendigen Freigabe- und Entriegelungsprozess neu durchführen zu müssen, bei dem schnell 10 bis 15 Minuten vergangen sind. Heute war ein Servicemann da, der dem Entriegelungsmechanismus gut zuredete und die Hände darüber stülpte, als ob er auf einem Grashalm pfeifen wollte – und tatsächlich es klickte und das Fahrrad war frei!  Aber der Blick bzgl. der Drahteselqualität schärft sich von Tag zu Tag, wodurch sich die Anzahl der Herausforderungen leider nicht verringert. Denn dann kommen Situationen in denen einfach kein Fahrrad verfügbar ist (z.B. am späten Nachmittag am Strand, wenn alle Heim wollen), oder die Station voll ist und Du Dein Fahhrad nicht loswirst. Das kann stressig werden, da das Fahrrad 30 Minuten nach Entnahme wieder abgegeben sein muss, damit keine Zusatzkosten entstehen. Also für uns Deutsche nur dann ein taugliches System, wenn man keinen Zeitdruck hat und diese Erlebnisse als Urlaubsabenteuer „genießt“. Um die Stadt kennenzulernen sind die Räder auf jeden Fall eine tolle Möglichkeit. Und da die Tickets 24h gelten, reicht das Ticket bei entsprechender Planung oft für 2 Tage. Nur dann blöd, wenn man auf den letzten Drücker noch ein Radel ergattert, das dann einen Platten hat….aber man kommt auch auf der Felge erstaunlich gut voran, wobei es deutlich anstrengender ist und der Popo leidet….

Mietstation (Blick vom Hotelzimmer)

Fazit: zu Fuß hat man den geringsten Streß und ist erstaunlich schnell, da – bei entsprechender Fitness – kaum unvorhersehbare Verzögerungen/Herausforderungen zu erwarten sind und man immer den direkten Weg wählen kann!

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